Große Sicherheitslücken bei Arztpraxen, die an die Telematik angeschlossen sind

By | November 12, 2019

Wie die Süddeutsche Zeitung (hier) und der NDR (hier) übereinstimmend berichten, weisen bis zu 90 % der an die Telematikinfrastruktur angeschlossenen Arztpraxen erhebliche Sicherheitslücken auf.  Quelle für diese Information ist ein vertrauliches Papier der Betreibergesellschaft Gematik. Maßgeblicher Gesellschafter der Gematik ist mit 51% Anteil das Bundesgesundheitsministerium unter Gesundheitsminister Jens Spahn. Dieser hatte sich im Mai dieses Jahres mit Inkrafttreten des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) die Mehrheit bei der Gematik gesichert, um die Vernetzung im Gesundheitswesen voran zu treiben und der Gesundheitsindustrie zu Forschungszwecken baldmöglichst den Zugriff auf die Patientendaten zu ermöglichen. Dabei hat er sich über Bedenken auf Seiten der Ärzteschaft hinweggesetzt.

Schon mit Beginn des Anschlusses der Arztpraxen an die Telematikinfrastruktur gab es frühzeitig Warnungen von IT-Fachleuten vor gravierenden Sicherheitslücken. Der Beitrag des Magazins „kontrovers“ stammt vom Mai dieses Jahres:

Gesundheitsminister Spahn weist jegliche Verantwortung von sich. Er lässt die angeschlossenen Praxen und deren Patienten  im Regen stehen. Schließlich seien die Arztpraxen verantwortlich für die Sicherheit des staatlich erzwungenen Anschlusses an die Telematikinfrastruktur.

Deshalb wehren wir von der Hausarztgemeinschaft Westallgäu nach wie vor gegen den Anschluss an die Telematikinfrastruktur. Lieber nehmen wir die staatlichen Sanktionen auf uns, als die Sicherheit der uns anvertrauten Patientendaten zu riskieren.